Die barocke Wandelkrippe der Stiftskirche St. Lambrecht ist seit 21. Dezember wieder aufgebaut und kann täglich bis 2. Februar besichtigt werden. Im Zuge der umfassenden Generalsanierung im Jahr 2024, die rund 5.000 Arbeitsstunden umfasste, wurde die außergewöhnliche kunsthistorische Bedeutung dieser Krippe erneut bestätigt. Die Stiftskrippe von Benediktinerstift St. Lambrecht gilt als österreichweit einzigartiges Werk des Spätbarock.

Stop-Motion-Video
Im Februar 2025 entstand in aufwendiger Detailarbeit ein Stop-Motion-Film, der das barocke Gesamtkunstwerk mit all seinen 26 Szenen eindrucksvoll dokumentiert. Die Figuren wurden dabei von den Restauratorinnen Erika Thümmel und Heidi Fell schrittweise bewegt und von Constantin Lederer fotografisch festgehalten. Aus diesem Material entstand ein rund 17-minütiger Film. Sowohl das vollständige Video als auch einzelne Szenen sind direkt bei der Krippe über QR-Codes sowie online abrufbar.
Benefizprojekt des „Vereins der Freunde“
Der Verein der Freunde des Benediktinerstiftes St. Lambrecht unterstützt die Generalsanierung der Krippe mit einem umfassenden Benefizprojekt. Für nahezu die Hälfte der Bestandteile – darunter Figuren, Tiere, Gebäude, Berge und Städte – wurden bereits Patenschaften von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen übernommen. Weitere Patinnen und Paten werden gesucht. Die Kosten für eine Patenschaft liegen je nach Objekt und Restaurierungsaufwand zwischen 70 und 3.500 Euro. Spenden sind direkt an den Verein oder steuerlich absetzbar an das Bundesdenkmalamt möglich.
Im Rahmen einer Solidaritätsaktion werden zudem 50 Prozent aller für die Stiftskrippe gewidmeten Spenden an Sozialprojekte in Bethlehem weitergeleitet, die von der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem betreut werden.
Besuch der Krippe und Führungen
Die Krippe ist von 21. Dezember bis 2. Februar in der tagsüber geöffneten Stiftskirche zu sehen. In barocker Tradition wird sie nahezu täglich entsprechend dem Kirchenjahr umgestaltet. Zusätzlich finden an Sonn- und Feiertagen jeweils um 14.00 Uhr Krippenführungen statt.
Besonderheiten der St. Lambrechter Krippe
Die barocke Weihnachtskrippe von St. Lambrecht ist eine klassische Wandelkrippe. Sie zeigt nicht nur die Geburt Christi, sondern erzählt in zahlreichen Szenen die biblische Geschichte von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten sowie viele weitere Ereignisse. Insgesamt formieren sich rund 125 Figuren zu 25 bis 28 unterschiedlichen Szenen – mehr als bei den meisten vergleichbaren Barockkrippen. Eine besondere Seltenheit sind die original erhaltenen Krippenberge aus Leinwand aus dem 18. Jahrhundert.
Die Entstehung der Krippenanlage ist um 1760 belegt. Der überwiegende Teil der Figuren, Gebäude und Landschaftselemente stammt aus dieser Zeit und wurde bei mehreren Restaurierungen, zuletzt 2023/2024, sorgfältig konserviert und in weiten Teilen in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Die aufwendig geschnitzten Holzfiguren, ihre großteils originale textile Bekleidung sowie die detailreiche Architektur- und Landschaftsgestaltung machen die St. Lambrechter Krippe zu einem herausragenden Zeugnis barocker Krippenkunst und lebendiger Tradition.
