Der Wallfahrtsort Mariazell geht auf eine im 12. Jahrhundert errichtete Klosterzelle des Benediktinerstiftes St. Lambrecht zurück, das heuer sein 950-jähriges Bestehen feiert. Dieser Gnadenort entwickelte sich in Mitteleuropa zu einem bedeutenden Ort der Marienverehrung, in deren Zentrum die spätromanische Gnadenstatue der Muttergottes steht – die „Magna Mater Austriae“ (zu Deutsch: die Große Mutter Österreichs).

Mariazell ist ein besonderer Ort der Begegnung, des Dialogs und des Friedens. Hier können Menschen jeglichen Alters und Herkunft zusammenkommen, um genügend Zeit zum Innehalten und zum gemeinsamen Feiern des Glaubens zu haben. Besonders aus unseren Nachbarländern werden in aller Verbundenheit treue Wallfahrerinnen und Wallfahrer begrüßt. In Gegenwart der Gnadenmutter und auf ihre Fürsprache hin konnten in der Vergangenheit und können auch heute jährlich zehntausende von Pilgerinnen und Pilgern Hoffnung und Trost, Versöhnung und inneren Frieden finden – und sei es vielleicht nur beim Entzünden eines Lichtes in der Kerzengrotte.

P. Christoph Pecolt (52) – aufgewachsen im Burgenland und seit 1995 Benediktiner von St. Lambrecht – Theologisches Studium in Wien und Salzburg, 2005 zum Priester geweiht – Pfarrer in Mariahof und St. Lambrecht und seit 2016 als Pfarrer im Seelsorgeraum Mariazell tätig, übernimmt nun im Auftrag der Benediktinerabtei St. Lambrecht ab 1. November die Aufgabe des Superiors von Mariazell. Es ist für ihn eine komplett neue Herausforderung – hier nicht nur eine historisch bedeutende und prachtvolle Basilika zu verantworten, sondern auch das dazu gehörende Benediktinersuperiorat mit den Wallfahrtsseelsorgern, den über 20 Angestellten und die wirtschaftliche Verantwortung zu organisieren.

„In den vergangenen 10 Jahren habe ich neben meinen Aufgaben als Pfarrer auch die unterschiedlichen Wirkungsbereiche der Wallfahrt kennen gelernt, darüber hinaus im Sinne der „benediktinischen Gastfreundschaft“ für das Wohl der Gäste im Haus gesorgt (besonders während der alljährlichen Sommerkonferenz der Österreichischen Bischöfe, die hier tagen). Besonders wertvoll war und ist für mich auch das jährliche mehrtägige Treffen mit den Verantwortungsträgern vergleichbarer deutschsprachiger Marienwallfahrtsorte wie Altötting, Kevelaer und Einsiedeln.“
P. Christoph Pecolt
Einen besonderen Dank möchte P. Christoph Pecolt seinen beiden Vorgängern als Superioren – P. Karl Schauer (1992-2016) und P. Michael Staberl (2016-2026) – beide Konventualen aus St. Lambrecht – aussprechen, die in den vergangenen 34 Jahren für das Marienheiligtum Mariazell Großartiges geleistet haben.

Abt Alfred Eichmann vom Stift St. Lambrecht, zu dem Mariazell gehört, gibt in einer Aussendung zudem bekannt, dass Pater Aaron Laun künftig als Administrator den Seelsorgeraum Mariazell leiten wird.

„Diese Veränderungen stellen uns als Klostergemeinschaft, jeden einzelnen Mitbruder und ebenso all jene Menschen, die gemeinsam mit uns Verantwortung in der Seelsorge tragen, vor vielfältige Herausforderungen und eröffnen zugleich neue Chancen. Sie rufen uns dazu auf, mit innerer Kraft Abschied zu nehmen, uns vertrauensvoll dem Wandel zu öffnen und mit Zuversicht und Mut zu neuen Ufern aufzubrechen.“
Abt Alfred Eichmann
Unsere Welt braucht heute mehr denn je solche „Hoffnungsorte“ – Orte des gelebten Glaubens und einer ehrlichen Gemeinschaft – und Menschen, die auf die Schwächeren Rücksicht nehmen, die die Langsameren unter die Arme nehmen, dass letztlich keiner zurückbleibt oder alleine gelassen wird. In der Darstellung der Mariazeller Gnadenstatue erkennen wir eine Maria, die ganz bewusst auf Jesus zeigt und mit den Ohren unseres Glaubens vernehmen wir die biblische Botschaft „… auf IHN sollt ihr hören“ und seinem Beispiel sollt ihr folgen.

„Als neuer Superior möchte ich ehrlich versuchen, zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – das Marienheiligtum Mariazell in eine gute Zukunft zu begleiten, sodass – wie bisher – viele Tausende von Pilgerinnen und Pilgern, von Suchenden und Fragenden hier einen Ort erleben und erfahren dürfen, der weit mehr ist, als ein romantischer Tagesausflug mit religiösem Touch, sondern vor allem einen spirituellen Tiefgang erlaubt, der im persönlichen Alltag trägt.“
P. Christoph Pecolt
So sind wirklich alle eingeladen, nach Mariazell zu kommen – egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad, mit dem Auto, mit dem Autobus oder vielleicht sogar von St. Pölten mit der Mariazellerbahn.
