Seit über sechs Jahren besteht das Autismuszentrum der Lebenshilfe Region Judenburg und verzeichnet seither einen stetig wachsenden Zulauf aus der gesamten Obersteiermark, insbesondere aus den Bezirken Murtal und Leoben.
Was im Jahr 2019 mit einer einzelnen Fachkraft begann, hat sich zu einem interdisziplinären Team von zwölf qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Aktuell werden mehr als 160 Klientinnen und Klienten sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting begleitet.

Die Autismusdiagnostik war von Beginn an ein zentraler Bestandteil des Angebots. Im Laufe der Zeit zeigte sich jedoch ein zunehmender Bedarf an weiterführenden psychologischen Abklärungen. Der Wunsch nach zusätzlichen diagnostischen Leistungen wurde von Klientinnen, Klienten und Angehörigen immer häufiger an das Zentrum herangetragen.
Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde das Angebot nun um ein Diagnostikzentrum erweitert. Dieses umfasst unter anderem die Abklärung von Entwicklungsstand und Intelligenz sowie diagnostische Leistungen in den Bereichen ADHS, Depression, Angst- und Zwangsstörungen und Aufmerksamkeit.
Ziel der Erweiterung ist es, den Zugang zu qualitätsgesicherter Diagnostik in der Region deutlich zu verbessern und Betroffene sowie deren Angehörige umfassend zu unterstützen.
Sandra Rinofner, Obfrau und Geschäftsführerin der Lebenshilfe Region Judenburg, betont: „In den vergangenen Jahren wurde deutlich, wie groß der Bedarf im Bereich Autismus in unserer Region ist. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass ergänzend zu bestehenden Angeboten zusätzliche spezialisierte Unterstützung notwendig ist.“
Einen wesentlichen Impuls für die Umsetzung lieferte die Standortleitung und Psychologin Mag. Rebecca Painold, die den Bedarf frühzeitig erkannte. „Unser Ziel ist es, bestehende Versorgungslücken zu schließen und Menschen in der Region bestmöglich zu unterstützen“, so Rinofner.

Besonders im Bereich Diagnostik besteht weiterhin ein hoher Bedarf. Während entsprechende Angebote in urbanen Zentren wie Graz vorhanden sind, sind diese im ländlichen Raum oft nur eingeschränkt zugänglich. Viele Familien müssen lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um eine fundierte Diagnostik zu erhalten.
Mit dem neuen Diagnostikzentrum setzt die Lebenshilfe Region Judenburg genau hier an: Wege sollen verkürzt, Versorgungslücken geschlossen und eine wohnortnahe sowie zeitnahe Diagnostik ermöglicht werden.
Auch Ing. Reinfried Lienzer, MA, Geschäftsführer der Lebenshilfe Region Judenburg, unterstreicht die Bedeutung dieses Schrittes: „Die Nachfrage nach diagnostischen Abklärungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Mit dem Diagnostikzentrum bündeln wir unterschiedliche diagnostische Fragestellungen an einem Ort und erleichtern damit den Zugang für Betroffene erheblich.“
Mag. Rebecca Painold ergänzt: „Psychologische Diagnostik erfordert besonderes Vertrauen und Sensibilität. Die hohe Wertschätzung unserer fachlichen Arbeit hat uns darin bestärkt, unser Angebot weiter auszubauen. Mit dem neuen Diagnostikzentrum können wir diesem Vertrauen gerecht werden und eine noch umfassendere Versorgung bieten.“
