Julian Dietl, ist 26 Jahre alt, kommt aus Elisabethszell und gehört zur dritten Generation einer Musik und Gastronomiefamilie. Es ist ein Musik- und Wellnesshotel im Herzen Niederbayerns und bietet daher jeden Tag live Musik an. Seine Hobbies sind Wandern, Snowboarden und Gastronomie

Du bist ja im Hotel zum Singenden Wirt groß geworden. Wolltest du immer schon Koch oder Kellner lernen? Warum eigentlich, was gefällt dir so daran?
Für mich hat es sozusagen nie etwas anderes gegeben als Gastronomie. Ich wollte schon immer Menschen glücklich machen. Ich habe schon in den Sommerferien bis spät in die Nacht an der Theke beim Gläser polieren helfen dürfen. Dabei hat mich aber nie jemand dazu gezwungen oder gedrängt, eher im Gegenteil ich habe damals schon die Mama angefleht mit dem Papa zusperren zu dürfen, denn das war das Größte für mich. Ich habe mir auch andere Berufe in Form von Praktika angeschaut, z.B. Zimmerer oder KFZ-Mechatroniker. Dadurch habe ich aber schnell gemerkt, dass es mir Spaß macht, aber das ich das nicht mein Leben lang machen möchte.


Wo gefällt dir die Arbeit besser? In der Küche oder im Service?
Schwierig zu sagen, Beides hat seinen Reiz, habe jetzt eine Gute Mischung gefunden, tagsüber in der Küche und nach dem Service gehe ich raus und suche den Gästekontakt. Langfristig werde ich aber wieder mehr in Richtung Service gehen.


Wo hast du die Lehre zum Koch und Kellner gemacht?
Meine erste Lehre als Hotelfachmann habe ich in Niederbayern, genauer gesagt in Kollnburg beim Wellnesshotel zum Bräu gemacht. Dort habe ich auch sehr schnell Verantwortung übernehmen dürfen und die Leidenschaft zu gutem Essen und Wein vertieft. Daher habe ich mich nach dem Abschluss gleich dazu entschieden eine weitere Lehre als Koch zu machen. Ich bin weg von zu Hause genauer gesagt, nach Österreich, Finkenberg zum Stock Resort um dort meine Lehre als Koch zu beginnen. Der Anfang meiner Lehrzeit war hart, denn als Koch benötigt man erstmal einen gewissen Grundstock an Wissen bevor man richtig kochen kann. Dementsprechend habe ich versucht so schnell wie möglich mir das ganze Wissen und die Fähigkeiten anzueignen um ein guter Koch zu werden. Dabei habe ich gelernt, es ist sehr wichtig Sachen durchzuziehen, auch wenn sie einem am Anfang schwerfallen und man oft aufgeben möchte.
Was war nicht so interessant in deiner Lehrzeit?
An sich war alles interessant, natürlich gibt es auch Tätigkeiten wie Zwiebel oder Kartoffel schälen, die etwas eintönig sind.



Wie bist du darauf gekommen, dass du den Jungsommelier machst? Was bringt Dir das beruflich?
Ich habe mich in meiner ersten Lehre schon immer für Wein interessiert und wollte daher die erste Stufe des Sommeliers machen. Den Jungsommelier.
Im Beruf bringt es mir einiges, da ich dadurch die Gäste gut beraten kann und vor allem war es ein guter Einstieg, in die Geschmacks- und Geruchswelt und diese in Worte wieder zu geben.
Du warst ja in vielen Betrieben in Österreich unterwegs. Wo hat es dir am besten gefallen?
Beim Stanglwirt, ich war damals schon als Kind oft privat da und ich ziehe meinen Hut vor der Familie Hauser und was sie alles geschaffen hat. Ich finde, der Stanglwirt ist ein ganz besonderes Hotel weil es auf seine Art und Weise einzigartig ist.

Ich habe beim Stanglwirt als F&B Coordinator begonnen und habe mir daher schnell einen Überblick über die ganzen Bereiche schaffen können. Nach kurzer Zeit wurde ich zum Oberkellner befördert und ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zu sein. Für mich war dies einer der lehrreichsten Abschnitte in meinem Leben, fachlich sowie menschlich und dafür bin ich sehr dankbar.
Du warst auch beim Stanglwirt in Kitzbühel, wo die Promis verkehren. Wie war für dich das Arbeiten dort?
Für mich wie gesagt einer der schönsten Zeiten in meinem Leben, weil der Teamzusammenhalt in dieser Zeit einfach besonders war. Ich habe viel Verantwortung bekommen und dadurch auch sehr viel lernen können.
Was hast du dort mit den Promis erlebt? Gab es auch arrogante? Was war für dich dort wichtig?
Für mich persönlich waren die Promis auch ganz normale Gäste und ich versuche da keinen Unterschied zu machen. Jeder Gast sollte mit dem höchstmöglichen Engagement bewirtet werden, damit er eine schöne Zeit genießen kann.

Du bist ja der Juniorchef von eurem Hotel Mariandl – Singender Wirt. Welche Verantwortung hast du dort mit 26 Jahren?
Ich bin derzeit in der Küche und versuche dort all mein erlerntes Wissen und Techniken mit Hilfe unserer Küchenchefs und Mannschaft einzubringen und dabei aber nicht die Bayerische Küche zu vergessen. Ich möchte für die Bayerische Küche stehen und auch für alltägliches Essen aber exzellent gekocht wie zum Beispiel Hirschgulasch oder Rinderbäckchen. Da bei uns diese Gerichte nur noch selten zu finden sind und die Heimatküche nicht aussterben darf.
Welche Ideen hast du für euer Hotel? Was kommt Neues?
Wir versuchen unseren Gästen jedes Jahr wieder etwas neues Bieten zu können. Zum Beispiel haben wir dieses Jahr 10 Zimmer in 6 Zimmer umgebaut, um unseren Gästen größere und neuere Zimmer anbieten zu können. Außerdem wollen wir die nächsten Jahre auch noch die Küche und den Wellnessbereich erweitern. Es ist schon vieles geplant die nächsten Jahre. Außerdem möchte ich gerne ein Kochbuch aus der Mariandlküche schreiben. Damit unsere Gäste auch die Möglichkeit haben, sich ein Stück Mariandlküche zu Hause nachzukochen.


Welches Lieblingsgericht kochst du am liebsten?
Ich habe persönlich kein Lieblingsgericht. Ich liebe die klassiche Bayerische Wirtshausküche

Was ist für dich wichtig, wenn du im Service arbeitest?
Gewisse Lockerheit, sobald es der Gast wünscht, individuelle Beratung, eingehen auf den Gast sowie Sauberkeit und Perfektion.
Wie schaffst du es, dass du nicht arrogant wirkst und so bodenständig bleibst?
Warum sollte ich arrogant sein? Ich bin ja noch ganz am Anfang und außerdem ist das nicht meine Art.
Auf was dürfen sich die STORI Leserinnen freuen? Welches Gericht kochst du für sie?
Ich würde gerne auf ein saisonales Gericht gehen, eines das super in diese Jahreszeit passt. Lasst Euch überraschen.
Zum Abschluss das letzte Wort gehört dir. Was möchtest du unseren Leserinnen und Lesern noch mitgeben?
Ich möchte mich sehr bedanken, für die Chance, mich vorstellen zu können. Und vielleicht bekommen wir ja die Chance, die Leserinnen und Leser auch bald mal bei uns im Hotel Mariandl begrüßen zu dürfen. Das würde mich freuen.
Vielen Dank für das interessante Interview und wir wünschen dir alles Gute
