Vergangenes Wochenende versammelten sich in der Wiener Marx Halle zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, Vertreter der Musikbranche sowie Fans, um die bedeutendsten musikalischen Leistungen des vergangenen Jahres mit dem Amadeus Austrian Music Award, der übrigens heuer eine neue Form erhielt, zu würdigen.
Mit viel Charme, feiner Eleganz und auch Humor moderierte Tom Neuwirth eine Gala, die Preisverleihung, Konzert und zugleich eine Momentaufnahme der heimischen Musikszene darstellte, und sorgte mit seiner Outfitwahl für Aufmerksamkeit.

© ORF/Thomas Jantzen
Seit ihrer Einführung gelten die Amadeus Austrian Music Awards als wichtigste Auszeichnung der österreichischen Musikindustrie. Jahr für Jahr verdeutlichen sie die große stilistische Bandbreite der heimischen Musik – von Dialekt-Pop über Schlager/ Volksmusik zu Rock bis hin zu elektronischen Klängen. Auch heuer spiegelte sich diese Vielfalt wider. Neben etablierten Künstlerinnen und Künstlern standen zahlreiche junge Acts im Mittelpunkt, die mit neuen Ideen und musikalischen Einflüssen frische Akzente setzen.
Die Auszeichnung mit dem Publikumspreis FM4 Award ging an Nenda, deren Mischung aus Hip-Hop, Pop und elektronischen Einflüssen in den vergangenen Monaten eine sehr schnell wachsende Fangemeinde erreicht hat. Der Preis gilt seit Jahren als wichtiger Hinweis auf neue Entwicklungen innerhalb der österreichischen Musikszene.

Zu den meistnominierten Künstlerinnen und Künstlern der diesjährigen Gala zählten Anna Buchegger, folkshilfe sowie das Pop-Duo Seiler und Speer. Mit mehreren Nominierungen bestätigten sie ihre feste Position in der österreichischen Musiklandschaft.
Live-Auftritte als Höhepunkt des Abends
Neben den Preisverleihungen bildeten vor allem die musikalischen Darbietungen einen zentralen Bestandteil des Abends. Auf der Bühne der Wiener Marx Halle waren viele unterschiedliche Stilrichtungen vertreten. Zu den Live-Acts gehörten unter anderem Alexander Eder, Bibiza, Esther Graf, Ness, Ina Regen, Lemo, Lena Schaur, Nenda und Vulvarine. Cosmo, der Österreich heuer beim ESC vertritt, war leider kein Live – Act, Lena Schaur, als zweite des Vorausscheids aber schon.

Die Kombination aus etablierten Künstlerinnen und Künstlern sowie Newcomern verlieh der Gala eine besondere Dynamik und zeigte damit die Bandbreite der österreichischen Musikszene. Wenn auch nicht immer alles gerecht erscheint. JJ, der mit Wasted Love den ESC 2025 gewann, wurde beim Ö3 Song des Jahres nicht berücksichtigt.

Album des Jahres: bunt – folkshilfe
Ö3 Song des Jahres: Zweifelturm – Pizzera & Jaus
FM4 Award: NENDA
Oeticket Live-Act des Jahres: Seiler und Speer
AKM/AUME Songwriter des Jahres: Aff im Kopf – Caro Fux
Musik & Text: Caro Fux, Tamara Olorga, Ricardo Bettiol
Alternative: OSKA
Electronic/Dance: Parov Stelar
Hard & Heavy: Vulvarine
Hip Hop/Urban: RAF Camora
Jazz/World/Blues: 5/8erl in Ehr’n
Pop/Rock: Seiler und Speer
Schlager/Volksmusik: Melissa Naschenweng
Best Sound präsentiert von FAMA: Petrichor – Klangkarussell

Peter Cornelius wurde mit dem Amadeus für das Lebenswerk geehrt. Seit mehr als fünf Jahrzehnten prägt der Singer-Songwriter die österreichische Musikszene mit seinen Liedern. Die Auszeichnung würdigt ein außergewöhnliches musikalisches Gesamtwerk. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte Cornelius 24 Studioalben und erzielte damit auch internationale Erfolge. Seine Musik zeichnet sich durch persönliche Texte, eingängige Melodien und eine große stilistische Vielfalt aus. Viele seiner Werke gelten heute als Klassiker der österreichischen Popmusik.
Erste größere Aufmerksamkeit erhielt Peter Cornelius im Jahr 1973, als er den TV-Talentwettbewerb „Die Showchance“ gewann. Einige Jahre später unterschrieb er einen Plattenvertrag in Deutschland und arbeitete eng mit Produzent Michael Cretu zusammen. Mit Liedern wie „Du entschuldige i kenn di“, „Reif für die Insel“, „Der Kaffee ist fertig“, „Segel im Wind“, „Streicheleinheiten“ oder „Ganz Wien hat den Blues“ wurde Cornelius zu einer prägenden Persönlichkeit des deutschsprachigen Pop. Für sein Gitarrenspiel beim Projekt Enigma erhielt er außerdem eine Grammy-Nominierung. Erst kürzlich feierte Peter Cornelius seinen 75. Geburtstag und geht aus diesem Anlass wieder auf Tournee. Insgesamt sind 25 Konzerte geplant.

Der Abend machte deutlich, dass immer mehr heimische Künstlerinnen und Künstler internationale Aufmerksamkeit – etwa über Streaming-Plattformen, Festivalauftritte über nationale Grenzen hinausfinden.
