Benjamin Preßnitz ist 33 Jahre alt, Ehemann und stolzer Papa von zwei wunderbaren Kindern. Mit viel Herzblut führt er die Bestattung Preßnitz in Neumarkt. Es ist ihm wichtig, Menschen in schwierigen Zeiten mit Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und persönlichem Engagement zur Seite zu stehen.
Wenn er nicht gerade beruflich unterwegs ist, verbringt er am liebsten Zeit mit seiner Familie. Den Ausgleich zum Alltag findet er beim Fußball und auf seinem Enduro-Motorrad. Das sind die Dinge, die ihm Freude bereiten und bei denen er den Kopf frei bekommt.

Interview mit Bestatter Benjamin Preßnitz:
Du bist mit der Bestattung groß geworden. Hast du schon als Jugendlicher mitgeholfen?
Ja, ich bin von klein auf mit dem Bestattungswesen aufgewachsen. Dadurch war der Tod für mich nie etwas völlig Fremdes. Mit der Zeit habe ich erkannt, wie viel Verantwortung und Menschlichkeit hinter dieser Arbeit stecken.
Wann war deine erste Abholung und wie war das für dich?
An meine erste Abholung kann ich mich noch gut erinnern. Ich war aufgeregt und habe gemerkt, wie wichtig ein würdevoller Umgang mit dem Verstorbenen und die Unterstützung der Angehörigen sind.
Wie bist du auf die Idee gekommen, deine eigene Bestattung zu gründen?
Ich wollte meinen eigenen Weg gehen und einen Betrieb aufbauen, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Mir ist wichtig, dass man sich Zeit nimmt, zuhört und auf persönliche Wünsche eingeht.

Wie gehst du als Bestatter mit dem Thema Tod um?
Der Tod gehört zu meinem Berufsalltag, wird aber nie selbstverständlich. Ich möchte Menschen in schwierigen Zeiten begleiten und ihnen so viel wie möglich abnehmen.

Gibt es Momente, in denen dich deine Arbeit emotional beschäftigt?
Ja, natürlich. Besonders wenn junge Menschen sterben oder ein Leben plötzlich endet, beschäftigt mich das. Wichtig ist, professionell zu bleiben und trotzdem seine Menschlichkeit zu bewahren.
Wie ist es für dich, Menschen zu bestatten, die du persönlich gekannt hast?
Das ist eine besondere Herausforderung. Trotzdem muss ich für die Angehörigen da sein und ihnen die Unterstützung geben, die sie brauchen. Dabei möchte ich ihre Wünsche bestmöglich erfüllen.



Was ist dir bei deiner Arbeit wichtig und wie schaut ein typischer Arbeitstag aus?
Mir ist wichtig, dass sich die Angehörigen gut aufgehoben fühlen. Mein Arbeitstag reicht von Abholungen und hygienischer Versorgung bis zu Angehörigengesprächen und der Organisation von Trauerfeiern. Flexibilität gehört einfach dazu.

Wie schützt du dich bei der hygienischen Versorgung der Verstorbenen?
Wir halten uns an die geltenden Hygienevorschriften und verwenden die notwendige Schutzausrüstung, darunter Handschuhe und Schutzkleidung. Reinigung und Desinfektion sind selbstverständlich.
Wie ist die Idee mit dem Zirbenkissen entstanden?
Die Zirbe steht in unserer Region für Heimat, Natur und Geborgenheit. Ich wollte diese Werte einbringen. Das Zirbenkissen ist für mich ein schönes Detail für einen würdevollen Abschied.

Welche Särge werden am häufigsten gewählt und welche besonderen bietest du an?
Am häufigsten werden klassische Holzsärge gewählt. Je nach Holzart und Ausstattung gibt es große Preisunterschiede. Wichtig ist mir, dass die Angehörigen in Ruhe auswählen können. Der teuerste Sarg ist nicht automatisch der passendste.



Wie kann man sich die Einbettung in den Sarg vorstellen?
Der Verstorbene wird mit großer Sorgfalt und Respekt vorbereitet und in den Sarg gelegt. Wir achten darauf, dass er möglichst friedlich und natürlich aussieht. Für mich ist das ein letzter Dienst am Menschen.

Bestatter Benjamin Preßnitz hält eine besondere Urne aus Zirbenholz in den Händen. Sie wird von vielen Angehörigen für einen und persönlichen Abschied ausgesucht – © Kevin Geißler
Welche verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt die klassische Erdbestattung, die Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung und je nach Angebot auch Naturbestattungen. Welche Möglichkeit passt, hängt von den persönlichen Wünschen ab.

Was ist dir als Bestatter besonders wichtig?
Für mich stehen Würde, Respekt und Menschlichkeit an erster Stelle. Ehrlichkeit und Vertrauen sind genauso wichtig. Ich möchte ein verlässlicher Ansprechpartner sein, der zuhört und niemandem etwas aufdrängt.
Wie viele Mitarbeiter arbeiten in deinem Betrieb?
Derzeit arbeiten wir mit drei Mitarbeitern. Mir ist wichtig, dass wir ein gutes Team sind und uns aufeinander verlassen können. Zusammenhalt und Einfühlungsvermögen sind in unserem Beruf besonders wichtig.


In deinem Bestattungsbus ist ein Foto vom Zirbitzkogel. Wie ist diese Idee entstanden?
Der Zirbitzkogel ist für viele Menschen in unserer Region ein Stück Heimat. Mit dem Bild wollte ich unsere Verbundenheit zur Region zeigen und etwas Persönliches in unsere Arbeit einbringen.

Warum finden so viele Verabschiedungen in deinem Verabschiedungsraum statt?
Viele Angehörige wünschen sich einen ruhigen, persönlichen Rahmen. Unser Verabschiedungsraum ermöglicht einen familiären Abschied, bei dem sich die Angehörigen Zeit nehmen können.


Ob ein persönlicher Fingerabdruck als Schmuckstück oder eine wunderschöne Halskette mit einem kleinen Andenken an den Verstorbenen- © Kevin Geißler
Wie viele Verstorbene begleitest du ungefähr pro Woche oder Jahr auf ihrem letzten Weg?
Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit seiner eigenen Lebensgeschichte und eine Familie, die Abschied nehmen muss. Deshalb verdient jeder Fall dieselbe Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Würde.

Was möchtest du unseren STORI-Leserinnen und -Lesern zum Abschluss mitgeben?
Wir sollten uns bewusst machen, wie wertvoll das Leben und die gemeinsame Zeit sind. Ich wünsche mir, dass wir offener über den Tod sprechen und unsere Zeit miteinander bewusster nutzen. Wenn der Abschied kommt, möchte ich den Menschen mit Menschlichkeit, Respekt und einem offenen Ohr zur Seite stehen. Denn auch der letzte Weg soll persönlich sein.
STORI bedankt sich bei Bestatter Benjamin Preßnitz dafür, dass er sich trotz Stress Zeit für ein Interview genommen hat.
