Peter Müller, ist 24 Jahre alt und kommt aus Neumarkt in der Steiermark. Seit drei Jahren begleiten ihn Bienen und bereichern sein Leben. Die Arbeit mit ihnen zeigt ihm täglich, wie wichtig Achtsamkeit und der respektvolle Umgang mit der Natur sind.
Um das genauer zu erklären, hat der Jung – Imker Peter Müller STORI ein Interview gegeben, indem er über seine Arbeit mit den Bienen erzählt.


- Was hat dich dazu inspiriert, Imker zu werden?
Zum Imkern inspiriert hat mich eigentlich niemand. Ich bin zwar auf einen Bauernhof aufgewachsen mit sehr vielen Tieren, die Bienen waren jedoch war nie ein Thema.
- Wie bist du zur Welt der Bienen und zur Imkerei gekommen?
Irgendwann, und ich kann auch nicht mehr sagen, aus welchem Grund, hat mich dieses Thema mit den Bienen immer mehr zu fesseln begonnen. Dies ging dann auch so weit, dass ich mir das erste Mal in meinem Leben ein Buch gekauft und dies dann mit Freude gelesen habe, obwohl ich nie ein großer Leser war. Doch so richtig verliebt in diese Tiere habe ich mich nach meinem ersten Besuch in der Imkerschule, wo ich den Grundkurs absolviert habe. In meiner ersten Stunde gab es eigentlich noch nicht viel zu sehen, also keine Einblicke in den Bienenstock. Aber unser Wanderlehrer hatte die tolle Idee, an einem schon recht frühlingshaften, sonnigen Märzabend die Bienenstöcke von außen zu betrachten. Und ich weiß es noch genau, als wäre es gestern gewesen – wie ich den Bienen nur bei ihren letzten Ausflügen an diesem Tag zusehen durfte, also eigentlich nichts Spektakuläres für einen Nicht – Imker, für mich war dies aber damals der Moment, an dem ich wusste, ich will Imker werden. Sofort fühlte ich mich mit den Bienen verbunden und das ist bis heute so geblieben.

- Was fasziniert dich am meisten an der Arbeit mit Bienen?
Faszinieren tut mich eigentlich alles an den Bienen. Sie sind für mich ein kleines Wunder, aber auch ein Vorbild. Dann die Art, wie die Bienen im Stock zusammen leben – jeder weiß genau, was er zu tun hat – keiner tanzt aus der Reihe. Und vor allem der Zusammenhalt und die Verbundenheit, die die Biene auch miteinander in ihrem Stock haben, ist für mich Faszination pur. Aber auch andere Dinge, wie zum Beispiel zu wissen, wo die Bienen ihren Nektar oder Honigtau sammeln – man fängt an, die Natur ganz anders zu sehen und auch zu beobachten. Aber wenn ich über alles sprechen würde, was mich bei den Bienen und ihrer Umgebung fasziniert, könnte ich selbst schon ein Buch schreiben.
- Mit welchen Herausforderungen wirst du als junger Imker konfrontiert?
Wir stehen wir eigentlich alle vor den fast selben Herausforderungen als junge Imker. Dazu kommt noch, dass es einem noch an Erfahrung und Wissen fehlt. Und gerade deswegen ist es so wichtig, dass man sich einen sogenannten Imkerpaten sucht, wenn man mit dem Imkern beginnt und auch dem örtlichen oder nächsten Bienenzucht – Verein betritt. Dort sind nämlich erfahrene und jahrzehntelange Imker, die einem gute Tipps geben und auch bei schweren Entscheidungen helfen können. Sehr oft schon konnte ich durch diese Tipps, oder auch oft nur Erzählungen, viel Wertvolles mitnehmen, dass ich dann bei meinen Bienen anwenden konnte, und es mir so bei meinem Problem oder meiner Herausforderung weitergeholfen hat.



- Wie schützt du deine Bienenvölker vor Krankheiten und Umweltbelastungen?
Was sehr wichtig ist, gerade wenn man vielleicht keinen kennt, der Bienen hat, sich beim örtlichen oder nächsten Bienenzucht Verein zu erkundigen und dem auch beizutreten. Dort konnte ich mir sehr viel Wissen aneignen, das mir am Ende dann bei meinen Bienen viel weiterhelfen konnte.
- Gab es ein besonders schönes oder unvergessliches Erlebnis mit deinen Bienen?
Ein spezielles Erlebnis gab es nicht. Es sind immer wieder Kleinigkeiten, die man sieht und die einen freuen. Oft reicht es aus, den Bienen zuzusehen, wie sie Pollen und Nektar eintragen, dabei kann man nicht nur viel deuten, sondern es ist auch immer wieder aufs Neue schön anzusehen.

- Welche Tipps würdest du anderen jungen Menschen geben, die sich für die Imkerei interessieren?
Das man unbedingt im Vorhinein einen Grundkurs besuchen und sich aber auch zugleich einen sogenannten Imkerpaten suchen sollte. Das ist jemand, der schon ein wenig oder auch schon viel Erfahrung hat und einem gerade am Anfang, wo es am schwierigsten ist, sehr viel helfen kann.
- Welche Produkte stellst du her – nur Honig oder auch Wachs, Propolis oder andere Bienenprodukte?
Ich versuche mich laufend weiterzuentwickeln, was die Produkte betrifft. Mein Plan ist es, in den nächsten Jahren immer mehr Produkte von den Bienen herzustellen. Bisher ernte ich Honig, wie auch Propolis für Tinkturen, sowie auch Wachs für Kerzen und Salben.
- Wie leistest du einen Beitrag zum Schutz der Bienenpopulation?
Ich versuche von Jahr zu Jahr meine Bienenvölker zu vermehren und möchte in Zukunft auch selbst mit der so wichtigen Zucht der Carnica Biene beginnen.

- Was möchtest du in Zukunft mit deiner Imkerei noch erreichen oder weiterentwickeln?
Und ich werde mich auch bestimmt auch abseits der Biene, was zum Beispiel Produkte oder Sachen rund um die Imkerei betrifft, weiterentwickeln. Am wichtigsten ist mir die Freude und Verbundenheit mit der Biene.

Lieber Peter, danke für Deine interessanten Informationen an unsere STORI Leserinnen und Leser.
